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Teile des ringförmigen Erdwalles sind noch gut zu erkennen. Sämtliche Bauwerke sind vollständig dem Erdboden gleichgemacht. So wurde auch der in den Erdwall integrierte Leitstandsbunker gesprengt. Darüber hinaus verrät nur eine Abflachung des Erdwalls dessen frühere Lage. In Teilen sind die inzwischen vollgelaufenen Abgasschurren des Triebwerksprüfstandes erhalten. Einige unterirdische Leitungskanäle sind zu finden, sowie Reste der in den Prüfstand führenden Gleisanlage.
Zwischen dem Umfassungswall und den Trümmern der Werkhalle ist noch die Transportbühne zu erkennen. Auch sie ist mit Wasser vollgelaufen.
Der Prüfstand VII war der bedeutendste Prüfstand der 'Versuchsstelle des Heeres Peenemünde' (Peenemünde-Ost, "Werk Ost") auf der Insel Usedom. Er war die logische und technische Fortentwicklung der dem selben Zweck dienenden Prüfstände der Erprobungsstellen Berlin-Tegel und Kummersdorf. Weitere Erkenntnisse flossen aus der Erprobung der Vorläufer- Entwicklungen A3 und A5 in Planung und Bau dieses Prüfstandes. Am 03.10.1942 startete von diesem Punkt auf der Insel Usedom erstmals eine flüssigkeitsgetriebene Großrakete (A4) erfolgreich und überwandt die Grenze zum Weltraum.

Nach einer Flugstrecke vom 192 km schlägt das beim Start 14 Tonnen schwere Projektil nahe der Bernsteinküste der Pommerschen Bucht ein. Somit wird dieser entlegene Ort auf dem Peenemünder Haken der Insel Usedom auch häufig als die "Wiege der Weltraumfahrt" genannt.
Für diese technische Entwicklung war ein selbst für die damaligen Maßstäbe gewaltiger Aufwand betrieben worden. Der Peenemünde Haken im Nordwesten der Insel Usedom war über Jahre hinweg durch Aufspülungen erhöht und mit einem dichten Netz von Straßen und Werkbahnlinien erschlossen worden. Mehrere große Montagehallen und unzählige Nebengebäude wurden auf Usedom erbaut, eine Siedlung für Wissenschaftler, Techniker und Arbeiter mit allen Gemeinschaftsgebäuden erbaut und ein für die damaligen Vorstellungen hochmodernes, leistungsfähiges Kraftwerk im Dorf Peenemünde installiert. Eigene Messverfahren speziell für die hohen Geschwindigkeiten wurden entwickelt und erprobt. So wundert es nicht, dass der genannte Raketenstart z. B. von der weltweit ersten Anwendung industriellen Fernsehens (Walter Bruch) aufgezeichnet und ausgewertet wurde. Eine Animation der Startvorbereitungen auf dem Prüfstand VII gibt einen anschaulichen Überblick über dessen Funktionsweise.

Südlich des Prüfstandes VII schließt sich das ausgedehnte Gelände des Prüfstandes P-I an. Dieser anfäglich besonders wichtige Testplatz diente der Erprobung und Optimierung des Raketenmotors des A4. Ursprünglich sollte auf das an anderer Stelle erprobte A3 direkt das A4 als einsatzreife Waffe folgen. Entwicklungsprobleme vor allem hinsichtlich des Startschubes des Raketenofens und der aerodynamischen Ausformung der Steuerorgane führten zum "Zwischentyp" A5. Darauf folgte dann der neu entwickelte Flüssigkeits-Antrieb für das A4, dessen Treibstoffkomponenten flüssiger Sauerstoff und Alkohol mittels einer sehr leistungsfähigen Turbopumpe in ausreichender Menge in das Triebwerk gepumpt wurden.
Ebenfalls interessant: Videosequenz "Peenemünder Haken" (wmv-Format).



