
Bis in die 20er Jahre war Zempin ein am Achterwasser gelegenes Bauern- und Fischerdorf auf der Insel Usedom: "Bauern- und Fischerdorf am Achterwasser und unweit der Ostsee, dreieinhalb Meilen nordwestlich von Swinemünde gelegen und nach Coserow eingepfarrt". So beschrieb 1850 der königliche Rentmeister und Amtsrat Gadebusch, der älteste Chronist der Insel Usedom, den Ort Zempin.
Recht spät verglichen mit anderen, direkt an der Ostseeküste der Insel Usedom gelegenen Orten bezeichnete der Große Deutsche Bäderführer 1930 Zempin als "Dorf und Ostseebad". Ein Bootsausflug zum Usedomer Vineta-Riff, wo die versunkene Stadt auf dem Meeresgrunde liegen soll, wurde seinerzeit empfohlen.

Zempin erwarb sich den Ruf eines Ortes der Ruhe auf der Insel Usedom. Seine Entwicklung zur Ostsee hin wurden weder große Hotels mit Tanzsälen noch anderen großen Anlagen begleitet. Während der Waffenforschung vor und während des Zweiten Weltkrieges wurde es, wie auch die Nachbarorte, zum Wohngebiet der in Peenemünde tätigen Forscher und Arbeiter. Nach dem Kriege wurden, wie in anderen Orten Usedoms, für die von der DDR-Gewerkschaft organisierte Erholung der Werktätigen Camping- und Bungalowsiedlungen gebaut.
Mit der auf die Wiedervereinigung folgenden Privatisierung vieler Hotels, Pensionen und Ferienhäuser begann wie auf der gesamten Insel Usedom auch im Seebad Zempin die Sanierung der zum Teil stark verfallenen Unterkünfte.

Daneben wurde, insbesondere im näheren Umfeld des idyllisch gelegenen Achterwasserhafens von Zempin, weiteres Bauland ausgewiesen, auf dem neue Ferienhäuser und Ferienwohnungen errichtet wurden. So verfügt auch das kleine Bernsteinbad Zempin auf Usedom über eine Vielzahl an Ferienquartieren in den verschiedenen Hotels, Pensionen und Ferienwohnungsanlagen.
Um unter einem einheitlichen Namen und Logo die attraktiven Angebote der Bäderorte in der Mitte der Insel Usedom zu bewerben, schlossen sich im Jahr 2005 die Seebäder Koserow, Zempin, Loddin und Ückeritz zum Vereinsverbund "Usedomer Bernsteinbäder" zusammen.

Zum Küstenwald an der Ostsee hin gibt es einige Bädervillen, die jedoch nicht wirklich charakteristisch für das kleine Usedomer Seebad sind. Im alten, direkt am Achterwasser gelegenen Teil des Usedomer Ortes lassen viele schilfgedeckten Fischerhäuser die ursprüngliche Struktur des Dorfes erkennen.
Auf dem Deich gelangt man vom sehr sehenswerten Achterwasserhafen des Bernsteinbades Zempin in östlicher Richtung nach Lütten Ort. Hier bildet die Rieck, ein Arm des Achterwassers, die schmalste Stelle der Insel Usedom. Ostseedeich, Bundesstraße, Usedomer Bäderbahn und Achterwasserdeich finden gerade Platz an dieser Stelle. In Lütten Ort lebte seit dem Zweiten Weltkrieg der über die Grenzen hinaus bekannte Maler Otto Niemeyer-Holstein, an den ein Gedenkatelier in Lütten Ort erinnert.
Mit freundlicher Unterstützung von panoramio.com® zeigen wir die die Umgebung des Achterwasserhafens von Zempin im Luftbild:
Klicken Sie auf die Bildminiaturen, um einige Impressionen des Bernsteinbades Zempin zu sehen.
Rundflug um das Achterwasser: KMZ-Google-Earth®-Daten
Die Usedomer Ostseebäder von West nach Ost:

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