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Usedom-Reiseführer

Peenemünde-Ost: Prüfstand XII

Überblick über die Erprobungsstellen von Heer und Luftwaffe auf dem Peenemünder Haken

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Abnahmeprüfstände XII und XIII

Die beiden "letzten" Prüfstände P-XII und P-XIII trugen nicht nur die höchsten Ordnungsnummern sondern wurden auch zeitlich ganz zuletzt in Angriff genommen. Südlich bzw. südöstlich des fertiggestellten Abnahmeprüfstandes P-XI lagen die beiden Areale im an die Peenewiesen im Nordwesten der Insel Usedom angrenzen Wald gut getarnt. Sowohl für Erprobungen als auch für qualitätssichernde Tests lagen sie nahe dem Versuchsserienwerk ("Werk Süd"), dem Sauerstoffwerk und den Lagerbunkern am Peenestrom.

Hoch- und Tiefbauarbeiten

Für den Prüfstand P-XII wurden sowohl Hoch- als auch Tiefbauarbeiten ausgeführt. Im Westen und zu einem kleinen Teil auch im Osten des Prüfstandes wurden Stücken des bis zu fünf Metern hohen Umfassungswalles aufgetürmt. Auf dem westlichen Teil des Umfassungswalles sind größere, rampenförmige Betonteile zu finden. Im Südosten des Areals befinden sich umfangreiche Trümmer früherer Baulichkeiten, die zumeist nur groß zusammengeschoben wurden und später eine "friedliche Koexistenz" mit den einfachen Zweckbauten der NVA-Luftwaffe führten.

Nutzung durch die NVA

In den 60er Jahren begann die Luftwaffe der NVA mit dem Ausbau des Flugplatzes Peenemünde (Jagdgeschwader 9 "Heinrich Rau") auf der Insel Usedom. Das Gebiet des P-XII wurde zweifach umzäunt und im Inneren einige einfache Mehrzweckhallen sowie einige Bunker für Bewaffung und Munition errichtet. Heute wird das Gebiet - wie viele Peenemünder Areale - landwirtschaftlich genutzt.

In den letzten Jahren

Gebotener - und gegen private Eigentümer rigoros durchgesetzter - Denkmalschutz geht offenbar auch elastischer.

Das gesamte Areal soll als bizarre "Renaturierungsmaßnahme" durch "Rückbau" der Deiche zum Peenestrom geflutet werden. Die Ortslage Peenemünde und das zu den Abnahmeprüfständen nahe gelegene Landschulheim Peenemünde sollen separat eingedeicht werden. Das kostet viel Geld und lässt im Falle hohen Wasserstandes zwei "Halligen" entstehen. Die seit Jahrzehnten in den Peenewiesen und angrenzenden Wäldern bestehende Artenvielfalt ist gefährdet, der Klimawandel jedoch bestimmt angehalten ...

 

  • Erprobungsstelle Peenemünde-Ost: Trümmer des Prüfstandes P-XII.
  • Spätere NVA-Nutzung des Prüfstandes P-XII: Ein Bunker für Bewaffung und Munition.
  • Rätselhafte Hinterlassenschaften: Metallteil auf dem Prüfstandes P-XII zwischen Peenemünde und Karlshagen.
  • Todesstreifen: Hochspannungszäne sicherten den Prüfstandes P-XII zu Zeiten der NVA-Nutzung.