
Die Seebäder Karlshagen und Trassenheide auf der Insel Usedom sind vor allem für Urlauber und Naturliebhaber interessant, die entfernt von den größeren Bäderorten Usedoms Ruhe und Erholung suchen.
Das Seeklima wirkt besonders bei chronischen Erkrankungen der Atemwege und bei Hauterkrankungen lindernd und heilend. Im Jahr 1829 wurde dieser Usedomer Ort gegründet. Anfangs ein Fischer- und Bauernort, entwickelte sich Karlshagen aber bereits gegen 1880 zum Seebad.

Nach 1932 wurde nach einem geeigneten Gebiet für die militärische Forschung gesucht und man wurde alsbald auf den äußersten westlichen Teil der Insel Usedom aufmerksam. Ausschlaggebend waren Pläne zur Entwicklung von Flugkörpern, die man entlang der dünn besiedelten Ostseeküste verschießen konnte. Ab 1935 wurde ein großer Teil des Peenemünder Hakens zum militärischen Sperrgebiet erklärt. Sofort begann eine rege Bautätigkeit für den Aufbau der Raketenversuchsanstalt Peenemünde auf der Insel Usedom. Für die nötige Infrastruktur, vor allem zur Unterbringung der Forscher und Arbeiter wurde Karlshagen herangezogen. Eine eigene S-Bahn-Linie, die zwischen Zinnowitz und Peenemünde verkehrte, schloss auch Karlshagen an und verbesserte die Verkehrsinfrastruktur der Insel Usedom. Unter General Dornberger und Werner von Braun arbeiteten 36 Professoren, 1500 Wissenschaftler und 8000 Facharbeiter an der Entwicklung und Herstellung von Robotbomben (Propagandabezeichnung „V1)“ und Raketen („V2“).

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Bald wurden die Alliierten auf das militärische Objekt auf der Ostsee-Insel Usedom aufmerksam und im August 1943 und nochmals im Juli 1944 wurde Peenemünde Ziel britischer Bomber, die es in Schutt und Asche legten. Dabei starben tausende von Zwangsarbeitern, Kriegsgefangenen, Einwohnern sowie Soldaten und Mitarbeitern der Forschungsanstalt.
Wegen des schönen Usedomer Sandstrandes, der sich von Trassenheide bis fast zum nördlichsten Punkt des Peenemünder Hakens erstreckt, erfuhr auch Karlshagen eine touristische Entwicklung. Bedingt durch die mit Peenemünde zusammenhängende Nutzung auch nach dem Krieg wurde Karlshagen erst nach dem Fall der Mauer allgemein zugänglich und stand damit einer Entwicklung des Tourismus offen.

Die zunächst eher zufällige Bebauung, die durch kriegsbedingte Einflüsse und durch die Bereitstellung von Offiziersquartieren während der DDR-Zeit entstand, konnte nun geschlossen und ausgefüllt werden. So entstanden in Karlshagen - verglichen mit anderen Seebädern auf der Insel Usedom - besonders viele neue Ferienwohnanlagen, Ferienhäuser und Hotels. Heute ist Karlshagen durch die neue Bebauung sehr stark geprägt. Der feinsandige und breite Strand an der Ostseeküste Usedoms bietet gute Voraussetzungen für Familien mit Kindern.

Vom Karlshagener Hafen aus können Sie täglich zu bekannten Ausflugszielen auf der Insel Usedom, anderen Inseln oder dem Festland fahren. Auch Angelfreunde finden hier genügend Möglichkeiten. In den angrenzenden Wäldern, welche bis an die Dünen reichen, laden naturbelassene Pfade zu Spaziergängen durch die schöne Landschaft Usedoms ein. Von hier aus können ausgedehnte Rad- und Wandertouren über die gesamte Insel Usedom unternommen werden.
Karlshagen besitzt einen breiten steinfreien Ostseestrand. Der Küstenwald entlang der malerischen Ostseeküste ist für Spaziergänge und Wanderungen bestens geeignet.

Eine Wanderung am Strand in Richtung Nordwesten der Insel Usedom führt nach wenigen Kilometern zum Ende des Sandstrandes, der sich von Misdroy (Polen) bis zum Peenemünder Haken erstreckt. Es beginnt ein breiter Gürtel aus Schilf und salzwasserbeständigen Gräsern, der ein Paradies für Seevögel ist. Der Naturlehrpfad Ostseeküste auf der Insel Usedom hat eine Länge von 60 km; er ist mit einem grünen Eichenblatt auf weißem Grund gekennzeichnet. Auf diesem Lehrweg werden die Besucher auf Schönes, Wertvolles, Seltenes und Schützenswertes in der Natur und Landschaft Usedoms hingewiesen und auf Besonderheiten der Ostseeküste (z. B. Sagen und Legenden) aufmerksam gemacht. In der Dünenstraße gibt es das Naturschutzzentrum Karlshagen.
Südlich des Hafens von Karlshagen kann man auf dem Deich am Peenestrom wandern und die sanfte Landschaft von Strom und darin eingebetteten Schilfinseln genießen.
Homepage von Karlshagen: www.karlshagen.de
Rundflug um den Peenemünder Haken: KMZ-Google-Earth®-Daten
