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Usedom-Fotosammlungen

Peenemünde-West auf der Ostsee-Insel Usedom

Die für den Peenemünder Haken prägende - wenn auch beendete - Nutzung war die militärische. Bereits der 1936 beginnende Bau der Erprobungsstellen von Heer und Luftwaffe legte die Aufteilung in Peenemünde West (Luftwaffe) und Ost (Heer) fest. Eine ähnliche, wenn auch nicht den selben Grenzen folgende, Nutzung erfolgte ab Anfang der 60er Jahre durch NVA-Luftwaffe (West) und Marine (Ost). Zu "Peenemünde West" gehörte das Gebiet vom Hafen Karlshagen bis etwa zur Mitte der Nordküste des Peenemünder Hakens. Es umschloss auch den Ort selbst und die verschiedenen in Ortsnähe gelegenen Vorwerke.

Nordspitze Usedoms: Schleuderprüfstände für die "V1" (Fi 103) der ersten Generation

Zum Areal der Erprobungsstelle der Luftwaffe Peenemünde-West gehörten auch die Schleuderprüfstände im äußersten Norden des Peenemünder Hakens. An diesem Ort wurden mehrere Varianten der Starthilfe für die Fi 103 ("V1") getestet. Zu Beginn der Erprobung verwendete man massive Betonkonstruktionen (Foto), die auf einem Erdwall errichtet wurden und die Laufschienen für den Startwagen des Flugkörpers trugen.

Touchdown: der Aufsetzpunkt der Peenemünder Start- und Landebahn auf der Insel Usedom

Die lange Rollbahn des Flugplatzes von Peenemünde von der Seeseite aus gesehen. Nach der großen Welle der Demontage zwischen 1945 und 48 wurde der Flugplatz von sowjetischen Marinefliegern zunächst wiederhergesetellt und bis 1958 genutzt. 1962 bis 1990 war hier das Jagdfliegergeschwader 9 stationiert und der Peenemünder Haken Sperrgebiet. Nach der deutschen Wiedervereinigung diente der Flugplatz noch als Sammelstelle für militärisches Gerät, das wirtschaftlich verwertet oder verschrottet werden sollte. Seitdem findet die weitläufige Anlage für Privatflugzeuge und zu Lagerzwecken Verwendung.

Hinter dem Deich zum Peenestrom befanden sich neun gleichartige Bunker für die Lagerung gefährlicher Stoffe

Reste der gesprengten Gefahrgutbunker in den Peenewiesen zwischen Peenemünde und Karlshagen. Hier standen neun identische zweischiffige Betonbauwerke, die der Lagerung besonders gefährlicher Stoffe dienten. Zu diesem Zweck wurden sie abseits der anderen Anlagen der Versuchsanstalt errichtet. Östlich dieser Bunker befand sich der Prüfstand XI. nördlich und südlich dieser Anlage waren die Prüfstände XII und XIII geplant, die jedoch nicht mehr zuende gebaut wurden.

Das Flächendenkmal Peenemünde: Trümmer der ehemaligen Erprobungsstelle der Luftwaffe

Im supfigen Gelände südöstlich des Flugplatzes befanden sich die Werkstätten und Montagehallen der Erprobungsstelle der Luftwaffe Peenemünde-West. Hier wurden raketengetriebene Flugzeuge (He 176, Me 163), Jägerraketen (Boden-Luft-Raketen und Luft-Luft-Raketen), nachgelenkte Bomben (u.a. 'Fritz X' und Hs 293), feststoff- und flüssigkeitsangetriebene Starthilferaketen und Flugzeuggespanne ('Mistelschlepp' genannt) entwickelt und erprobt.

Beeindruckendes Betonskelett: das Peenemünder Sauerstoffwerk zur Herstellung von Raketentreibstoff

Im Dorf Peenemünde, nicht weit vom Kraftwerk ist die Ruine des Sauerstoffwerkes zu finden. Der große Industriebau beherbergte vier Linde-Aggregate zur Erzeugung des "A-Stoffes" - des Sauerstoffes für das Triebwerk der A4-Rakete. Die andere Treibstoffkomponente, der "B-Stoff", 75%iger Alkohol wurde mit der Eisenbahn auf die Insel Usedom transportiert.

Gelungene Konversion: grasende Rinder zwischen den Flugzeugbunkern von Peenemünde auf der Insel Usedom

Nach dem Abzug der Luftwaffe 1990 aus Peenemünde wird der Flugplatz zwar immer noch für Kleinflugzeuge und Motorradrennen genutzt, jedoch dominieren Fauna und Flora das riesige Areal. Viele Teilflächen werden vom derzeitigen Eingentümer, dem Bundesvermögensamt, an Landwirte verpachtet.

Geheimnisvolle Gebäudereste überall auf dem Peenemünder Haken auf der Insel Usedom

Etwas westlich des nördlichsten Punktes des Peenemünder Hakens befindet sich dieses Fundament, das vermutlich ein Seezeichen oder einen Messpunkt trug. Im Bildhintergrund ist die Insel Ruden im Greifswalder Bodden zu erkennen. Auch diese Insel wurde - wie auch die Greifswalder Oie - in die militärische Nutzung Peenemündes einbezogen. Vom Ruden aus wurden die Flugbahnen der verschiedenen Flugkörper und Lenkwaffen vermessen.

Zwischen den Inseln Usedom und Ruden verläft die Nord-Süd-Schifffahrtslinieim Greifswalder Bodden

Karge Landschaft: von der Nordküste des Peenemünder Hakens aus ist die kleine Insel Ruden im Greifswalder Bodden gut zu sehen. Etwas links der Insel ist der Beobachtungs- und Messturm auf einem der Insel vorgelagerten Sandhaken zu erkennen. Ganz im Hintergrund ist die Silhouette der Insel Rügen zu sehen.

Die Schattenseite des "Technikparadieses": KZ-Arbeitslager Karlshagen bei Peenemünde

Vor allem die Erprobungsstelle der Luftwaffe Peenemünde-West beutete KZ-Häftlinge aus, die schwere und gefahrvolle Arbeit verrichten mussten. Etwas südlich des Flugplatzes sind noch heute die Reste dieses Lagers zu sehen.

Von der Peenemündung bis fast zur Nordspitze des Peenemünder Hakens ziehen sich Schützengräben

Schützengräben nordöstlich der Start- und Landebahn des Peenemünder Flugplatzes: während der Nutzung durch die NVA wurde eine Reihe von Beobachtungspunkten, zu denen diese ausgebauten Gräben gehörten, angelegt. Sie dienten der Abwehr sich an das Speergebiet nähernden Boote.

Wildnis Peenemünder Haken auf Usedom: Gefechtskopf eines Flugkörpers

Viele Teile, die auf diesem ausgedehnten Areal Usedoms zu finden sind, lassen sich nur noch schwer zuordnen. In jedem Falle ist aber Vorsicht geboten, da es sich sowohl um Teile der seinerzeit erprobten Waffen als auch um Blindgänger der zahlreichen Bombardements des Peenemünder Hakens handeln kann.

Noch ein Kölpinsee auf der Insel Usedom: im Hintergrund das Kraftwerk Peenemünde

Der Kölpinsee bei Peenemünde (es gibt tatsächlich noch einen Kölpinsee auf Usedom): im Hintergrund das Kraftwerk Peenemünde.

Erprobungsstelle der Luftwaffe Peenemünde-West: gesprengte Werkhalle im Südwesten

Dach einer gesprengten Werkhalle der Erprobungsstelle der Luftwaffe Peenemünde-West. Die großen Werkhallen der Erprobungsstelle waren in Stahlbeton-Skelettbauweise errichtet und verklinkert. Sie boten der damals modernsten Flugzeug- und Flugkörpertechnik Raum.

Ebenfalls interessant: Videosequenz "Peenemünder Haken" (wmv-Format).

Inzwischen sind von allen Regionen Usedoms, zu denen wir Impressionen bereitstellen, zahlreiche Fotos in Google Earth® aufgenommen worden und vermitteln dort zusammen mit den Satellitenfotos bzw. Luftbildern ein sehr anschaulichen Eindruck von der Umgebung. Sie erkennen unsere Fotos am Copyright Steinbock-FeWo.

Viele unserer Usedom-Fotos können Sie, ebenfalls thematisch sortiert, bei Google Picasa® entdecken.

In fünf Minuten können Sie während eines virtuellen Rundfluges die historischen Orte des Peenemünder Hakens aus der Perspektive eines Ballonfahrers kennenlernen.

 

 

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