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Usedom-Fotosammlungen

Peenemünde: Versuchsserienwerk

Ehrgeizig waren die Pläne für die Erprobungsstelle des Heeres Peenemünde-Ost auf der Insel Usedom: Die hier entwickelte Mittelstreckenrakete Aggregat 4 ("V2") sollte auch am Orte in Serie gefertigt werden. Dazu wurde zwischen Karlshagen und Peenemünde das Versuchsserienwerk "Werk Süd" errichtet. Neben einer Vielzahl von Verwaltungs- und Versorgungsgebäuden begannen zunächst die Arbeiten an der Fertigungshalle "F1", der damals größten freitragenden Industriehalle Europas. Nördlich der F1 wurde die F2 gebaut, die jedoch kriegsbedingt keine Bedeutung mehr erlangte. Die Fertigungshalle F1 im Norden der Insel Usedom war geplant und gebaut für die Serienfertigung der Flüssigkeitsrakete A4 - und zwar stehend. Bei einer Projektilhöhe von 14 Metern war die Werkhalle gigantisch.

Recht bald wurde die britische Luftaufklärung ("Miss Peenemünde" Constance Babbington-Smith) auf Peenemünde aufmerksam; die Planung und Durchführung der Operation "Hydra", die Anlage gezielt zu zerstören, begann. So erlitt auch die Halle F1 schwere Schäden, die jedoch ihren Bestimmungszweck nicht ausschlossen. Trotzdem wurde noch während der ersten Reparaturarbeiten die Untertageverlegung (Operation "Zement") der Entwicklung und Produktion dieser Waffe beschlossen. Bereits mit dieser Entscheidung war das Ende der "V-Waffen"-Entwicklung und -Fertigung auf der Insel Usedom erkennbar.

Nach Kriegsende wurden die Anlagen auf dem Peenemünder Haken der Insel Usedom demontiert und danach in mehreren Wellen systematisch zerstört. Der "Mantel des Vergessens" fiel auf dieses ausgedehnte Areal ...

Peenemünde Werk Süd: Ein massiver Gebädekern hat den Sprengungen getrotzt.

Die massiven Reste eines Gebäudekerns der Fertigungshalle F1 haben den Zerstörungen getrotzt. Auf dem zersplitterten Dach wachsen Kiefern: Die Natur beginnt das Areal der geplanten Raketenproduktion im Norden Usedoms zurück zu erobern.

Versuchsserienwerk Peenemünde: Zwischen Karlshagen und Peenemünde liegen die Reste der "F1".

Sektionen von Bunkern und Hallen wurden gern mit Rundbögen abgetrennt. Vorteil: Beste Raumausnutzung, größte Durchgangshöhe und höchste statische Belastbarkeit. Der Rundbogen im oberen Teil des Bildes wurde indessen über seine Belastungsgrenze beansprucht.

Wucht der Detonationen: Die Fertigungshalle F1 wurde fast völlig dem Erdboden gleichgemacht.

Expressionistisch: Neben dem Gebäudekern der F1 des "Werkes Süd" zwischen den Usedomer Orten Karlshagen und Peenemünde (rechts im Bild) sind die Rundbögen geborsten und geneigt. Der Boden ist so mit Betonbrocken bedeckt, dass nur gelegentlich kleine Bäume hindurchwachsen können.

Das Peenemünder Werk Süd: Ein "Eldorado" für Raubgräber und Schrottsammler.

Haustechnik: Reste der Lüftungsanlagen sind heute (trotz gestiegener Schrottpreise) zu entdecken. Kurz nach der Demontage durch die Sowjetarmee durften die Usedomer Anwohner Brauchbares bergen. Innerhalb kurzer Zeit versorgten sich viele Menschen mit brauchbaren Baustoffen.

Zerstört: Nebengebäude an der Bahnlinie Karlshagen - Peenemünde.

Nebengebäude in der Nähe der heute noch benutzten Bahntrasse zwischen Karlshagen und Peenemünde im Inselnorden Usedoms. Man erkennt immer wieder dieselben Bauteile: Stahlbetonsäulen und -deckentragwerk sowie Klinkerfassaden.

Peenemünde Werk Süd: Aufgereiht stehen noch heute die Gebäudekerne der Fertigungshalle F1.

Hintereinander stehen die zum Teil noch erhaltenen Gebäudekerne der Fertigungshalle F1 zwischen Peenemünde und Karlshagen. Moos und kleine Kiefern mildern nach Jahrzehnten die Schärfe des Anblicks der Zerstörung.

Werk Süd: Viele Tonnen schwere Stahlbetonteile liegen umgeknickt übereinander.

Versuchsserienwerk Peenemünde auf Usedom: Ein Stahlbetonbalken ist von der Wucht der Sprengung umgestürzt worden und liegt fast waagerecht auf anderen Gebäudetrümmern.

Zwischen Peenemünde und Karlshagen: Blick über die Gebäudekerne der Fertigungshalle F1.

Blick über die Gebäudekerne der Fertigungshalle F1 des Peenemünder Werks Süd: Schüttere Kiefern haben die Trümmer erobert und verdecken die Trümmerlandschaft ein wenig.

Untergeschosse: Die Keller der Fertigungshalle F1 sind häufig noch leidlich erhalten.

Die Untergeschosse der Fertigungshalle sind häufig von der Wucht der Sprengungen verschont geblieben. Von einem Betreten muss jedoch dringend abgeraten werden: Zu unsicher sind die Risse und Spalten in der Stahlbetonkonstruktion darüber.

 

Inzwischen sind von allen Regionen Usedoms, zu denen wir Impressionen bereitstellen, zahlreiche Fotos in Google Earth® aufgenommen worden und vermitteln dort zusammen mit den Satellitenfotos bzw. Luftbildern einen sehr anschaulichen Eindruck von der Umgebung. Sie erkennen unsere Fotos am Copyright Steinbock-FeWo.

Viele unserer Usedom-Fotos können Sie, ebenfalls thematisch sortiert, bei Google Picasa® entdecken.

In fünf Minuten können Sie während eines virtuellen Rundfluges die historischen Orte des Peenemünder Hakens aus der Perspektive eines Ballonfahrers kennenlernen.